Logo

Mag. Melanie Preinfalk

Seit wann sind Sie Trainerin am BFI?

Seit November 2013 bin ich Trainerin am BFI – Lehre mit Matura in Deutsch war mein erster Kurs.


Wie gestaltet sich ein Alltag mit Ihren Kursteilnehmern? Sind Sie nur am Abend da?

Ja, ich halte diesen Kurs einmal in der Woche nebenberuflich zu meinem ganz normalen 40+ Stunden Job ab. Ich habe Deutsch und Englisch studiert, weshalb ich in diesen Bereichen fachlich ausgebildet bin. Zusätzlich zu meiner Vollzeitanstellung möchte ich noch etwas machen, das im Konkreten mit meiner Ausbildung zu tun hat und mit diesem Kurs, ist es mir möglich meine fachliche Kompetenz an die Kursteilnehmer weiterzugeben.


Was ist Ihr Hauptberuf?

Ich bin Kunden- und Personalberaterin bei TTI Personaldienstleistung, habe eine Trainerausbildung absolviert und war schon immer im Vertrieb tätig.


Wie empfinden Sie die Atmosphäre im Kurs? Die Kursteilnehmer haben ja genau wie Sie abends immer einen Arbeitstag hinter sich.

So ist es. Man muss den Teilnehmern daher von vorneherein zu verstehen geben, dass sie freiwillig hier sind, sich weiterbilden wollen und ihnen immer wieder ihr Ziel – das Bestehen der Matura – vor Augen führen. Die Zusammenarbeit muss dabei in den Vordergrund gestellt werden, denn Frontalunterricht alleine würde nicht funktionieren. Im Fach Deutsch ist es wichtig möglichst viele Texte selbst zu schreiben, aber auch die grammatikalischen Grundlagen zu beherrschen und dabei entstehen oft Durchhänger bei den Kursteilnehmern, die durch einen abwechslungsreichen Unterricht kompensiert werden können. Ich als Trainerin bin hier gefordert Abwechslung in den Kurs zu bringen und aufmerksam zu beobachten, wie es den Teilnehmern geht und entsprechend auf sie zu reagieren.


Wie unterscheidet sich die normale Schule von diesem Abendkurs?

Ein Lehre mit Matura Kurs hat einen ganz anderen Hintergrund und einen anderen Zugang der Kursteilnehmer. Schüler kennen ihren Schulalltag. Die Kursteilnehmer stehen bereits mitten im Berufsleben weshalb die Motivation sowie der Zugang zur Matura daher grundverschieden sind.


Wie schätzen Sie das geforderte Niveau in der Lehre mit Matura im Vergleich zur Matura an einer höheren Schule ein?

Das Niveau kann man nicht gleichsetzen da alleine schon die Zugänge andere sind. Jeder Lehrling kann sich zur Lehre mit Matura anmelden, weshalb es Vorbereitungskurse gibt in denen eine erste Selektion getroffen wird. In diesen ersten Einheiten wird darauf geachtet, wie gut jeder einzelne Teilnehmer ist und ob es für den Hauptkurs bzw. die Matura genügt.


Wie sehen Sie das Modell Lehre mit Matura allgemein?

Sehr positiv! Es ist mir selbst ein persönliches Anliegen geworden, da ich im Personalwesen tätig bin und von daher weiß, was im späteren Berufsleben gefordert wird. Das Handwerk gehört meines Erachtens wieder stärker gefördert. Dafür ist es aber auch notwendig denjenigen, die ein Handwerk erlernen, die Matura zu ermöglichen, damit die Lehrlinge später im zweiten Bildungsweg beispielsweise ein praxisorientiertes Studium an einer Fachhochschule neben ihrem Beruf absolvieren können oder einfach nur innerhalb der Strukturen bei ihren Arbeitgebern Aufstiegsmöglichkeiten haben.


Welchen Tipp möchten Sie den Lehrlingen noch mit auf den Weg geben?

Die Lehre mit Matura nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es gehört viel Arbeit dazu und nur in den Kurs zu gehen wird für eine positive Absolvierung nicht ausreichen. Junge Menschen, die sich für diesen Weg entscheiden müssen diesen dann auch konsequent verfolgen und sich nicht abbringen lassen.

"Bildung ist ein unentreißbarer Besitz."

Menander, griechischer Dichter